Archiv für Netzmusik

Bits & Pieces

Posted in Algorithmische Installationen with tags , , , , on 25 Januar, 2009 by Matthias Krebs

Autor: Peter Traub | Technik: MP3-Stream

Bits & Pieces von Peter Traub ist eine kontinuierliche, unendliche Komposition, die ihr Klangmaterial aus dem Internet bezieht: Jeden Morgen sucht ein spezieller Suchprozess nach Audiodateien und lädt 25 Funde herunter.

bits-pieces

Verschiedene Klangverarbeitungsprozesse, die über die Zeit modular ausgetauscht werden, produzieren in den nächsten 24Stunden aus den Suchergebnissen des Tages alle 15 Minuten eine neue kurze Audiocollage. Die jeweils letzten zehn Versionen können mit einem mp3-Player angehört werden.

Bits & Pieces verbindet eine Alltags-Routine des Netzes, nämlich das automatische Erfassen von Datenbeständen durch Suchmaschinen, mit der Tradition der algorithmischen Komposition. Suchmaschinen stellen besonders komplexe Algorithmen dar. Sie bringen nach Regeln, die vom Nutzer undurchschaubar sind, scheinbar personifizierte Ergebnisse zutage. Dieser Anschein von Persönlichkeit des Software-Prozesses, der sich beim Umgang mit vielen Computerprogrammen erfahren lässt, wird als Besonderheit des Mediums empfunden und macht einen Teil seines Mythos´ aus. Hier wird er musikalisch zum Ausdruck gebracht und hinterfragt. In den Collagen der akustischen Fundstücke werden Formen von Privatheit, Kultur und Kommerz zu einer ‚Charakterstudie‘ des Internets verbunden.

hobnox Audiotool

Posted in Audio-Live-Tools with tags , , , , , , , , , , on 7 Dezember, 2008 by Matthias Krebs

Autor unbekannt | Technik: Flash, Javahobnox-audiotool

Hobnox Audiotool ist eine sehr weit entwickelte internetbasierte Anwendung zur Eigenproduktion von Musik und verfolgt den spannenden Ansatz,  Musik gleich im Browser zu produzieren. Mit vielen Möglichkeiten ausgestattet, über die bisher nur installierte Musikanwendungen auf dem eigenen Computer verfügten, kann das hobnox Audiotool intuitiv und vollkommen variabel bedient werden. Auf einer Desktop-Oberfläche können drei Instrumente (ein Drum-Computer und zwei Step-Sequenzer), ein einfaches Mischpult und sieben Effektgeräte frei platziert und verkabelt werden. Die Bedienung der Instrumente und ihr Klang sind eng an den Sound ihrer populären Vorbilder der 80er Jahre von Roland (TR-909, TB-303) angelehnt. Einer kleinen musikalischen Produktion im Stile der 80er Jahre steht damit nichts mehr im Wege. Fertige Musikstücke können in einem Live-Mitschnitt aufgenommen werden und stehen dem Nutzer sogar zu weiteren Produktionen zur Verfügung. Hobnox arbeitet gerade mit Hochdruck am Update, das Anfang 2009 gestartet werden soll. Ab dann kann man einzelne Tracks in einer Timeline arrangieren und Patterns bzw. Setups speichern. Aufgenommene Tracks können in der Hobnox-Community präsentiert werden, oder per Embed Player auf anderen Seite eingebunden werden. 2009 wird ein sehr spannendes Jahr für das Audiotool. Die Bedienung dieser recht umfangreichen elektronischen Geräte wird in einem leicht nachvollziehbaren Video auf anschauliche Weise erklärt.

Das Mutter-Projekt „hobnox.com“ ist eine Online-Entertainment Plattform, die redaktionell erstellte, betreute bzw. ausgesuchte Web-TV-Inhalte und neue Web-Technologien mit einer modernen Community-Infrastrukturen verbindet. Angemeldeten Nutzern ist es möglich sich in Medienprojekten zusammenzuschließen um dann gemeinsam Musik und Videos zu produzieren. Womit dieses junge Internet-Startup aus Berlin außer über Werbung Geld verdient,  ist bisher noch nicht ersichtlich – ein Kulturportal für die Web 2.0-Generation.

Red Bull Fusion

Posted in Audio-Live-Tools with tags , , , , , , , on 30 November, 2008 by Matthias Krebs

Autoren: u.a. Christopher Follett | Technik: Flash

Der Red Bull Fusion-Mixer ist ein aktuelles Beispiel einer interaktiven Werbeaktion. Weitere, vom Konzept her ähnliche Beispiele sind der „FORD FUSION MIXER“ (aktuell offline), der „Absolut DJ“ des dänischen Spirituosen-Konzerns Absolut (aktuell offline) und der „Bacardi DJ ‘06“. Durch Hin- und Herbewegen der Maus mit gedrückter Taste auf dem Videofenster, werden Bild- und Videofolgen, ähnlich des Scratchens auf einem Schallplattenspieler, gesteuert und auch der Scratch-Klang in die Musiktracks eingespielt. Durch Drücken der Zahlen auf der Computer-Tastatur können zusätzlich Sound- und Grafik-Effekte ausgelöst werden und die Performance wird zu einem sample-basierten Live-Musizieren.
Jedes Video ist einmalig, da das Bildmaterial von aktuellen RedBull-Internetseiten zufällig heruntergeladen und rhythmisch zur Musik visualisiert wird. Hat man etwas Erfahrung gesammelt, kann man sein Werk aufnehmen und bei einem Wettbewerb mitmachen oder das eigene Musikvideo herunterladen. Zur Bedienung des Programms gibt es eine Videoeinführung und Kommentare eines ‚coolen‘ Rappers, die auch während der eigenen Performance die Stimmung anheizen sollen.

Interval

Posted in Soundtoys with tags , , , , , , on 8 August, 2008 by Matthias Krebs

Autor: Jakob Brandt-Pedersen | Technik: Flash

In einem kleinen Areal bewegen sich einzelne Punkte in verschiedenem Tempo. Die Anzahl der Punkte und die Klangfarbe können variiert werden. Eine interessante Darstellung musikalischen Zusammenhängen aus zufälligen Ereignisse.

db-707

Posted in Soundtoys with tags , , , , , , on 6 August, 2008 by Matthias Krebs

Autor: M/B Interactive | Technik: Flash, Beatnik-Erweiterung

Der db-707 Synthesizer ist ein voll-funktionstüchtiges virtuelles Instrument, dass man über das Internet im Web-Browser spielen kann. Es hat eine Rhythmusautomatik-Einheit mit ca. 30 Styles, es erzeugt alle 100! standardisierten Midi-Klänge selbst und man kann diese Klänge sogar in einigen Charakteristiken – wie für einen Synthesizer üblich – modifizieren.

Aufgrund der Tatsache, dass keine Netz-Fähigkeit vom db-707 Synthesizer genutzt wird, es also kein Unterschied macht, ob das Instrument im Internet gestartet wird oder auf dem eigenen Computer, passt diese recht gelungene Internet-Anwendung nicht in die Rubrik >Netz-Instrumente< sondern gehört zu der Gattung der >Soundtoys< und wurde nur zur Veranschaulichung des Begriffs hier vorgestellt.

Eternal Network Music

Posted in Hyperinstrumente with tags , , , , , , , , on 5 August, 2008 by Matthias Krebs

Autoren: Chris Brown und John Bischoff; Phil Burk | Technik: JSyn, Java

Die beiden Netz-Instrumente Eternal Music und Aperture nutzen beide das JSyn-Technik von Phil Burk und sind interaktive Installationen der Komponisten Chris Brown und John Bischoff. Bis zu 4 Spieler können den Klang und die Harmonien von den 8 Oszilatoren des Synthesizers durch die Mausbewegung auf einem Spielfeld beeinflussen. Dabei unterscheiden sich die beiden Konzepte in Spielweise (Steuerung), algorithmischer Klangerzeugung und musikalischem Ergebnis stark. Wirklich interessant wird das musikalische Zusammenspiel erst, wenn mehrere Spieler gemeinsam das Instrument bedienen. Eine kurze Anleitung befindet sich unter der Anmeldung zum Netz-Instrument.

WebDrum II

Posted in Hyperinstrumente with tags , , , , , on 30 Juli, 2008 by Matthias Krebs

Autor: Phil Burks | Technik: JSyn

WebDrum II ist ein simpler Sequenzer (monophone Perkussionsinstrumente und Melodieinstrumente), der nicht nur von einer Person allein, sondern auch von mehreren gleichzeitig über das Internet gespielt werden kann. Im Zusammenspiel wird die Kontrolle über die verschiedenen Instrumente geteilt und fremde Noten editiert bzw. das Instrument gelöscht und ein neues erzeugt. Über ein Chatfenster und einen Bewertungsfunktion (N—J) können die Musiker kommunizieren und ihr Stück planen. Alle Teilnehmer hören die selben Klänge.

Bacardi DJ ’06

Posted in Audio-Live-Tools with tags , , , , on 30 Juli, 2008 by Matthias Krebs

Autor unbekannt | Technik: Flash

Der Bacardi DJ ist ein sample-basierter Sequenzer. Zu Beginn ist der Benutzer dazu aufgefordert, sich zwischen 5 populären Musikstilen zu entscheiden (DrumNBass, Funky House, HipHop etc.). Auf der rechten Seite befindet sich eine sortierte Sample-Liste (Drums, Bass, Vocals etc.), aus der mit der Maus das gewünschte Sample in eine der 8 Spuren im Mixer links gezogen werden. Im Mixer werden die Sample-Namen angezeigt und können Lautstärke und die Klangplazierung (Panning) eingestellt werden. Mittig befindet sich das Projektfenster, in welchem mit der Maus die Einsätze der jeweiligen Samples markiert werden (gelbe Quader). Fertige Tracks können schließlich als MP3 herunter geladen werden.

Mit wenigen Klicks können (musikalische) Laien eine typische Interpretation im vorher festgelegten Stil herstellen. Die einzelnen Samples sind jedoch recht lang, so dass der eigenen kreativen Gestaltung starke Grenzen gesetzt werden. Die verfügbaren Samples sind in sich abgeschlossen gestaltet und es gibt nur 8 Spuren, die jeweils nur mit einem Sample bestückt werden können, also gerade für simple Instrumenteneinsätze ausreichen und nicht für das Gestalten mit verschiedensten Patterns. Alles in Allem eignet sich diese technisch sehr interessante Anwendung kaum für wirklich kreative musikalische Ansprüche.

sonic Sweetshop

Posted in Soundtoys with tags , , , , , , , , on 30 Juli, 2008 by Matthias Krebs

Autor: Jey Malaiperuman | Technik: Java, Flash

Sonic Sweetshop ist ein grafisch orientiertes Interface mit Klängen. Mit der Maus werden Gebilde untersucht und dadurch Aktionen und Klänge ausgelöst, die wiederum weitere Ereignisse provozieren. Durch Interaktion mit dem System gelangt man in immer neue „Welten“ und gelangt dadurch zu immer neuen Formen.

VisualPlayer

Posted in Soundtoys with tags , , , , , , , , on 30 Juli, 2008 by Matthias Krebs
Autor: Kenji Yasakas | Technik: Java

Umsetzung graphischer Logik in akustische Logik. Ein kontinuierlich laufender Cursor durchläuft ein Feld von 16×16 Kästchen. Interessant ist, dass der achtstufige Cursor sich nach jeweils 16 Schritten um 90Grad verdreht und dabei jedesmal die Interpretation von aufeinander folgenden und gleichzeitig klingenden Tönen gegeneinander austauscht. Eine Melodie entstehen zu lassen, ist entsprechend eine spannende Herausforderung an das logische Denken.
Bemerkenswert ist weiterhin ein Aspekt der Art und Weise, wie der VisualPlayer genutzt wird. Mit der Möglichkeit, das entstandene Muster auf dem Internet-Server zu speichern, so dass sich andere Benutzer die Grafiken ansehen und die zugehörigen Klangmuster anhören konnten (leider wird das Projekt in dieser Hinsicht nicht mehr unterstützt), lässt sich folgendes ableiten: Die abgelegten Kompositionsversuche zeigen meist graphisch inspirierte Kreationen – das visuelle Eingabeformat verleitet offenbar dazu, Muster (allein) mit dem Auge zu gestalten um dann zu hören, wie sich graphische Logik in klangliche Logik übersetzt. Daraus entstehen meist weniger strukturell interessante als vielmehr verblüffende Ergebnisse: Aus regelmäßigen grafischen Mustern werden in oft kakophonische Gewitter mit nur noch schwach erkennbaren Konturen übersetzt. Diese Beobachtung kann auf eine Vielzahl an Musikanwendungen mit ähnlicher Notationsweise übertragen werden (grid based sequencers).

weitere ähnliche Bsp.: